Mahnwache Hamburg

Aufruf zum friedlichen Widerstand! Für Frieden! In Europa! Auf der Welt!

Kategorie: Reden (Seite 1 von 4)

Aufnahmen und Abschriften der gehaltenen Reden

Friedenswinter – Rede von Katrin McClean

Rede von Katrin McClean am 13.12.2014
während der Demo zum Friedenswinter, an der Mönckebergstraße Hamburg

Liebe Passanten, liebe Menschen hier auf den Straßen von Hamburg.
Sicher fragen sich jetzt manche von Ihnen, Herrgott nochmal, müssen die ausgerechnet jetzt den ganzen Verkehr blockieren? Es ist kurz vor Weihnachten, und ich muss noch so viel besorgen und machen und tun.
Ich bitte Sie einfach, halten Sie einen Moment an, und erinnern Sie sich daran, dass der Frieden, in dem wir leben, keine Selbstverständlichkeit mehr ist.
Eigentlich ist es gut und richtig, dass es uns gut geht, dass aus unseren Wasserhähnen trinkbares Wasser und aus unseren Steckdosen Strom kommt. Dass der Himmel nicht dröhnt von Bombenflugzeugen, dass wir keine Angst vor Hunger, Durst, Kälte oder Artilleriefeuer haben müssen.
Doch, während wir uns in den nächsten Tagen mit Geschenken überhäufen, gibt es auf dieser Welt Eltern, die nicht einmal wissen, ob sie ihre Kinder am Weihnachtstag satt bekommen. Ob sie die nächste Nacht überhaupt überleben werden. Und das kann uns nicht egal sein.
Denn die Politik unseres Landes trägt eine Mitschuld an diesem Leid. Als drittgrößter Rüstungsexporteur beliefern wir über Umwege Terrorgruppen und militante Diktaturen mit Waffen. Als NATO-Mitglied und treuer Bündnispartner der USA unterstützen wir geostrategische Kriege, die heuchlerisch Friedensmissionen genannt werden.

Weiterlesen

Tag der Empörung – Redebeitrag von Henrik Hansen

Die Zeit und die Mahnwachen

Redebeitrag von Henrik Hansen bei der Tag der Empörung-Demonstration unter dem Aufruf „Tag der Empörung – Friedensdemonstration vor den Hamburger Medienzentralen

Guten Tag freundliche Grüße von uns hier unten an die da oben. Wir sind heute gekommen um euch unsere Meinung über eure Berichterstattung darzulegen. Ich fange mal damit an, dass ich ein paar Schlagzeilen über die Mahnwachen in Deutschland vorlese. Hauptsächlich stammen diese aus dem „Neonazi Watchblog“ der Onlinepräsenz der Zeit.

„Verschwörungstheorien und Antisemitismus im Namen des Friedens“

„Die ganz eigene Welt der Montagsdemonstranten“

„Neonazis auf Berliner ‚Friedensmahnwache‘“

Hamburg wurde speziell zwei mal erwähnt, in den Folgenden Artikeln, auf die ich ein bisschen näher eingehen möchte

Sie werfen uns vor, dass wir uns einfacher Erklärungen bedienen. Aber auch bei Ihnen wird selten etwas differenziert betrachtet. Ukraine Krise? Putin ist Schuld. Syrien Bürgerkrieg? Liegt an Assad. ISIS? Kam aus dem nichts… aber ich gehe einfach mal ein paar Schlagwörter durch in der Reihenfolge wie sie in dem Artikel „Von der Verschwörungsideologie zur politischen Bewegung“ verwendet wurden.

Weiterlesen

Tag der Empörung – Redebeitrag von Markus Gunkel

Redebeitrag von Markus Gunkel bei der Tag der Empörung-Demonstration unter dem Aufruf „Tag der Empörung – Friedensdemonstration vor den Hamburger Medienzentralen

Liebe Friedensfreundinnen und Friedensfreunde,

liebe Hamburgerinnen, liebe Hamburger,

zwei Vorbemerkungen zur Pressefreiheit: Erstens haben die privaten Medien Eigentümer. Wir haben es mit einem sich konzentrierenden Markt zu tun, also mit immer weniger Eigentümern. Das schränkt die Pressefreiheit ein, denn die Redakteure werden es sich gründlich überlegen, ob sie etwas schreiben, von dem sie wissen, dass es mit den Interessen und Vorstellungen der Eigentümer kollidiert.

Und zweitens soll das Unternehmen auch Gewinn abwerfen. Dafür sind die Einnahmen aus Anzeigen ganz entscheidend. Und auch hier stehen die Redakteure vor einem Dilemma. Sie gefährden die wirtschaftliche Grundlage ihres Unternehmens, wenn sie Dinge schreiben, die den Interessen ihrer Anzeigenkunden zuwiderlaufen. Der überwiegende Teil der Medien wird also immer aus der Perspektive der Besitzenden und Mächtigen schreiben und nicht aus der der Arbeitenden, der Arbeitslosen und Hartz-IV-Empfänger. Die Perspektive ist überwiegend von oben und nicht von unten.

Weiterlesen

Tag der Empörung – Redebeitrag von Andreas Grünwald

Nichts ist mehr, wie es war

Redebeitrag von Andreas Grünwald bei der Tag der Empörung-Demonstration unter dem Aufruf „Tag der Empörung – Friedensdemonstration vor den Hamburger Medienzentralen

Liebe Freundinnen und Freunde,

Nichts ist mehr, wie es war – so titelte die FAZ vor dem NATO-Gipfel in Wales Anfang September. Der Leitartikler bilanzierte: „Die NATO geht nach Osten“.

Die NATO geht also nach Osten. Aber was heißt denn das? Geht sie nach Osten, wie ich in den Garten meines Nachbarn gehe? Ich denke das ist eine zu harmlose Beschreibung dessen, was da jetzt als Angriffspotential gegen Russland aufgebaut wird.

Im Baltikum, in Polen und Rumänien werden neue Nato-Stützpunkte entstehen. Besetzt mit hochmobilen Eingreiftruppen.

So ganz nebenbei wurde in Wales Russland vom bisherigen Partner nun zum offiziellen Feind erklärt. Entgegen dem Russland-Nato-Pakt von 1997 sollen deshalb westliche Truppen an den russischen Grenzen jetzt dauerhaft stationiert werden.

Doch das sind nur einige Punkte einer Kette der letzten Monate, in deren Verlauf der Grundsatz „Nie wieder Krieg – nie wieder Faschismus“ nun endgültig entsorgt wird.

Weiterlesen

Tag der Empörung – Redebeitrag von Katrin McClean

„Vorsicht Besserwessi“

Redebeitrag von Katrin McClean bei der Tag der Empörung-Demonstration unter dem Aufruf „Tag der Empörung – Friedensdemonstration vor den Hamburger Medienzentralen

Meine Rede heute zum Tag der deutschen Einheit lautet Vorsicht Besserwessi. Ich bin in der ehemaligen DDR aufgewachsen. Meine Lebenssituation war gut, meine Eltern hatten beide Arbeit, und nichts deutete daraufhin, dass sich daran etwas ändern könnte. Dass ich in den Ferien nur einen kleinen Teil der Welt bereisen konnte, war definitiv nicht mein größtes Problem. Trotzdem musste ich mir fast jeden Abend anhören, in was für einer furchtbaren Diktatur ich lebte. Denn natürlich sahen meine Eltern auch ungestraft Westfernsehen.

Nach der Wende traf ich dann ständig Leute, die mich entsetzt fragten, wie ich es in der DDR ausgehalten hätte. Wenn ich ihnen sagte, dass ich weder unter der Mauer noch unter der Stasi gelitten hätte, erklärten sie mir, das sei pure Verdrängung. Wenn sie fragten, wie ich den Mauerfall erlebt hätte, erzählte ich ihnen, dass die Wiedervereinigung für viele Menschen vor allem Frührente bzw. die Aberkennung ihrer bisherigen beruflichen Leistungen bedeutete. Selten kam eine Nachfrage, stattdessen der Vorwurf, Ossis könnten nur rumjammern. Wir nannten solche Leute bald die Besserwessis.

Weiterlesen

Ältere Beiträge

© 2017 Mahnwache Hamburg

Theme von Anders NorénHoch ↑