Liebe Freunde, Besucher und Interessierte der Mahnwache Hamburg,

Pünktlich zum einjährigen Geburtstag der Mahnwache Hamburg gibt es eine Weiterentwicklung zu verkünden: Beginnend mit dem April 2015 wird die Friedensidee nicht nur an jedem Montag, sondern auch am Mittwoch auf der Straße präsent sein.

Wie in allen Lebensbereichen fand auch innerhalb der Organisation der Hamburger Mahnwache Entwicklung und Wachstum statt. Neue Ideen und Ansätze brauchen Platz für die eigene Entfaltung, für den der Montag keine Ressourcen mehr bieten konnte, diesen Platz schafft nun der Mittwoch.

Bei näherer Betrachtung wird schnell deutlich, dass der Mittwoch kein zweiter Montag ist, sondern dass es in Hamburg ab sofort zwei Plattformen mit verschiedenen Ansätzen gibt, die beide das Ziel des Friedens verfolgen.

Dies ist zwingend notwendig, denn die Krise in der Ukraine eskaliert weiterhin und sowohl die NATO als auch Russland rasseln mit den Säbeln – Deutschland befindet sich zwischen zwei Weltmächten. Die Gefahr eines möglichen 3. Weltkrieges ist leider zur Normalität geworden.

In den vergangenen Monaten hat es nun innerhalb der Mahnwache Hamburg immer wieder Meinungsverschiedenheiten mit sehr lebendigen Diskussionen zur Umsetzung dieses Zieles gegeben, in denen sich zwei unterschiedliche Ansätze herauskristallisiert haben, was das inhaltliche Profil, das Vertrauen untereinander aber auch in Eigenregie durchgeführte Aktionen anbetrifft:

Eine Gruppe legt weiterhin höchsten Wert auf das offene Mikrofon und die Vermeidung jeglicher Form von Einschränkung des Rednerkreises, was in alle Richtungen gearteter politischer Einstellung Tür und Tor öffnete. Neben Form und Inhalten wurden auch hierdurch womöglich interessierte Menschen, Gruppen und Vereinigungen abgeschreckt. Nicht zuletzt verletzten Redner auch wiederholt die selbst gesetzten Regeln (FAQ) der Mahnwache Hamburg. Diese Punkte machen es insgesamt sicher nicht leichter eine breitere Masse unserer Mitmenschen zu erreichen und über akute Themen zu informieren.

Die zweite Gruppe legt eine klare Fokussierung auf grundsätzliche friedenspolitische Themen und Aktionen sowie fundierte Aufklärung, um ein möglichst breites Publikum zu erreichen. Auch wird eine direkte Zusammenarbeit mit anderen Friedensbewegungen, wie dem Friedenswinter und anderen Mahnwachen in Deutschland angestrebt, um möglichst viele Kräfte für ein friedliches Zusammenleben zu bündeln.

Eine zweite Veranstaltung, die aus der Mahnwache entsteht, könnte nun als Teilung interpretiert werden. Wir sehen es hingegen aus konstruktiver Sichtweise, welche die Vorteile und Möglichkeiten des zusätzlichen Wochentags in den Vordergrund stellt:

  • Beide Gruppen können ihre Ansätze verfolgen, die Reibungsverluste entfallen.
  • Beide Gruppen haben jetzt eine klare Position und sind von innen und außen besser einzuordnen.
  • Ein zweiter Wochentag bringt zusätzliche Aufmerksamkeit und ein größeres Publikum.

Wir wünschen allen Friedensaktivisten der Montagsmahnwachen weiterhin alles Gute. Unsere erste Veranstaltung werden wir am Mittwoch, dem 15. April am Flaggenplatz des Jungfernstieges abhalten. Natürlich freuen wir uns auch über friedliche Montagsbesucher 😉

Gezeichnet

  • Mario Gehrke
  • Gunda Weidmüller
  • Robin Güldenpfennig
  • Fehrat Dacic
  • Andreas Gründwald
  • Katrin McClean
  • Matthias Kühn