Amerikanischer Kriegspropaganda-Film in der Kritik – Ein Interview mit amerikanischen Kinogängern10537955_362506550603979_2420528782826014340_o

Heute startet bei uns in Deutschland der Film American Sniper in den Kinos. Beidem Film handelt es sich um eine Verfilmung der Autobiographie des Scharfschützen Chris Kyle der im Irak-Krieg 160 Menschen getötet hat und dadurch als der „tödlichste Scharfschütze“ zur Kriegslegende aufgestiegen ist. Da ist es nicht weiter verwunderlich, dass sowohl der Roman als auch der Film alle Verkaufsrekorde gebrochen hat. Um einen Eindruck von dem Menschen zu bekommen, dem dieser Film ein Denkmal setzt, findet man einige Interviews im Netz. So reiste er durch die amerikanischen Talkshows und beantwortet fleißig Fragen u.a. zur Waffentechnik und wie er die Menschen getötet hat. Interessant ist auch, dass er Fragen gerne ganz nach Armee-Manier mit „Yes, sir!“ beantwortet und sich selbst als einen „Affen an der Waffe“ bezeichnet [1].

In einem anderen Interview sagte er „Ich bin nicht dort drüben um diese Menschen als Menschen zu sehen. Ich bin nur dort um meinen Job zu machen, meine Jungs zu sichern und die Menschen dort als Terroristen zu sehen, die sie sind. Du siehst, was sie tun. Ich nenne sie Aufständige in meinem Buch, aber wenn du siehst, was sie tun, kannst du nicht verstehen, wie ein zivilisierter Mensch tun kann, was sie tut. Du siehst sie nicht wirklich als Mensch. Die sind dort draußen, sie sind schlechte Menschen, du bringst sie einfach nur um ohne noch einmal drüber nachzudenken.“ Weiter sagte er, dass er keine einzige seiner Tötungen bereut. Angesprochen auf seine vielen Discokämpfe sagte er, dass es ihm im Krieg besser gefalle als zuhause, dort muss er keine Konsequenzen für seine Taten fürchten. Zudem sah er sich als Navy Seal als „Alpha Mann“.

Nach seinen Kriegseinsätzen war es schwer für Kyle sich wieder in das zivile Leben zu integrieren. Er bekam Alkoholproblem und vermisste die Navy Seals. Später gründete er dann eine Stiftung um psychisch traumatisierte Kriegs-Veteranen zu helfen. Diese Hilfe sah dann so aus, dass er die Veteranen u.a. auch mit auf den Schießstand nahm. Dort wurde er am 2. Februar 2013 von einem seiner Veteranen mit einer posttraumatischen Belastungsstörung erschossen.

Beim Irak-Krieg erinnern wir uns, dass Saddam Hussein beschuldigt wurde Massenvernichtungswaffen herzustellen und deswegen angegriffen wurde. Die Gründe waren von Anfang an sehr umstritten und wurden später offiziell als Lüge aufgedeckt. Kritische Fragen, wer denn wen bei diesem Krieg angreift oder dem Sinn des Einsatzes kommen leider im Film nur sehr wenig auf. Dazu hat Adam Kokesh, selbst ein Kriegs-Veteran, der seine Vergangenheit heute sehr kritisch sieht, Kinogänger befragt was sie von dem Film halten. Die Antworten sind einerseits lustig, andererseits auch total erschreckend. Leider offenbaren das Interview und der Kinoerfolg des Films, dass der Patriotismus viele Amerikaner blind macht.

Zum Interview (leider nur in Englisch):

http://youtu.be/raFHlwVp4LI

 Autor: Jens