Denn genau das hat sie gewollt.10982462_359794354208532_2223467303863878069_n

“Die Gedanken der herrschenden Klasse sind in jeder Epoche herrschende Gedanken, das heißt die Klasse, welche die herrschende materielle Macht der Gesellschaft ist, ist zugleich ihre herrschende geistige Macht.” – Karl Marx

Auf dem Online-Portal „Le Bohemien“ hat der Kulturwissenschaftler Jens Wernicke eine glasklare Analyse darüber formuliert, wie es der herrschenden Elite gelungen ist, eine ernsthafte politische Bedrohung, nämlich eine Protestbewegung von unten, zu zerschlagen. Und zwar ohne Gewalt anzuwenden. Die Strategie heißt, ein Klima der Angst vor politischer Aktion zu schaffen. Und das ist offenbar ziemlich leicht. Man muss nur die gegenseitigen Feindbilder in den Reihen der Protestbewegung schüren.

Zitat: [Die Friedensbewegung] wurde in den letzten Wochen und Monaten dank einer massiven medialen Kampagne, die insbesondere über Medien mit progressivem Image gespielt wurde, öffentlich fast vollständig diskreditiert. Offenbar waren die Analysen und hieraus abgeleiteten Forderungen der Friedensbewegten so konträr zu den Interessen und Leitlinien des politmedialen Establishments, dass diese Bewegung als nicht einbindbar mit überwiegend unlauteren Mitteln in Grund und Boden geschrieben worden ist.

Aus der Forderung nach der Einhaltung des Völkerrechts überall auf der Welt, explizit auch hinsichtlich des Palästinakonfliktes, wurde das Stigma des Antisemitismus konstruiert. Die Bereitschaft, auch jenseits linker Kreise offen für politisch unerfahrene Menschen zu sein, wurde zur Querfront-Strategie umgedeutet und die Bewegung somit in die Nähe von Nationalsozialismus und Faschismus gestellt. Aus dem Vorwurf, die NATO sei eine immense Bedrohung für den Frieden, wurden die Stigmata des Nationalismus und Antiamerikanismus konstruiert. Und aus der wissenschaftlich längst belegten Feststellung, Politik und Medien im Land seien von Elitennetzwerken durchzogen, die hier gezielt eigenes Agenda-Setting betreiben, wurde das Stigma der Verschwörungstheoretiker konstruiert.

“Die sogenannte Friedensbewegung eint die Ablehnung der liberalen Gesellschaft”; sie fände ihren Nachwuchs unter “Rechtspopulisten, Nationalisten, Verschwörungstheoretikern und Antisemiten”, titelte zum Beispiel am 12. Dezember 2014 die vermeintlich linksliberale Frankfurter Rundschau und trieb damit den denkbar größten Keil in die politisch progressiven gesellschaftlichen Kreise im Land. Letztere schwören nun zunehmend ihrer eigenen politischen Wirkmacht ab, da sie keinesfalls mit “derlei” in Verbindung gebracht werden und hierfür “mitverantwortlich” sein wollen.

Kurz gesagt. Wer meint, die Distanzierung von anderen Protestgruppen und deren Blockierung sei wichtiger als der Protest gegen den militanten Kurs der Regierung, der hat den Kampf schon verloren. Der ist bereits Opfer der ideologischen Mobilmachung der Republik geworden.

Die vollständige Analyse von Jens Wernicke findet ihr hier.

Dank an Christian Wächter für den Hinweis.

Autor: Katrin McClean